Frettchen
Das Frettchen (Mustela putorius furo) ist die domestizierte Haustierform der Mustela-Untergattung Putorius (Iltisse). Es stammt mit hoher Wahrscheinlichkeit vom europäischen Iltis oder auch Waldiltis (Mustela putorius) ab. Weitere Vermutungen geben dem Steppeniltis eine Rolle bei der Entwicklung des Frettchens.
Das männliche Tier (Rüde) hat eine Körperlänge zwischen 48 bis 80 cm, wobei 13 bis 19 cm auf den Schwanz entfallen. Beim weiblichen Tier (Fähe) beträgt die Körperlänge zwischen 42 und 60 cm, hier entfallen etwa 11 bis 14 cm auf den Schwanz. Die Rüden erreichen ein Gewicht von 800 bis weit über 2000 g. Fähen werden ca. 600 bis 1000 g schwer. Das weibliche Tier bleibt also deutlich kleiner als das männliche. Der Unterschied zwischen dem Sommer- und Wintergewicht kann 1/3 ihres Gesamtgewichts betragen, wobei die Gewichtsunterschiede mit zunehmendem Alter weniger werden.
Die unterschiedlichen Farben der einzelnen Tiere sind Zuchtformen, auch diejenigen, die der eigentlichen Farbgebung der Wildform entsprechen. Es existieren keine Rassen bei Frettchen.
Frettchen werden etwa sechs bis acht Jahre alt, in seltenen Fällen auch deutlich älter. Als hauptsächliche Todesursache treten Tumore auf, zum Beispiel in der Nebenniere, als Insulinom oder an weiteren Organen. Der Grund wird zum einen in der unkontrollierten Zucht gesucht, in der außergewöhnliche Farben oftmals wichtiger als die Gesundheit der Tiere sind, zum anderen scheinen veränderte Lebensumstände (Innenhaltung, Fütterung, Kastration) ihren Teil dazu beizutragen. So lassen Studien in den USA vermuten, dass Nebennieren-Tumore verstärkt bei Tieren aus Innenhaltung auftreten, die einen unregelmäßigen und demnach unnatürlichen Lichtzyklus erleben.
Frettchen sind Fleischfresser (Carnivoren), die durch ihre anatomischen Besonderheiten des Magen-Darm-Traktes eine Sonderstellung innerhalb der Carnivorenfamilie einnehmen. Frettchen fehlt der Blinddarm um zellulosehaltige Nahrung zu verdauen und sie verfügen nur über einen sehr kurzen Dickdarm. Die Dickdarmlänge des Frettchens beträgt nur ca. 5 % der Gesamtlänge des Magen-Darm-Traktes, während zum Beispiel bei Hund und Katze die Dickdarmlänge ca. 20 % der Gesamtlänge des Magen-Darm-Traktes beträgt. Beim Frettchen durchläuft die aufgenommene Nahrung den kompletten Verdauungstrakt in ca. 3–4 Stunden. Bedingt durch diese kurzen Verdauungszeiten bleibt dem Frettchenorganismus nicht viel Zeit, die aus dem Futter aufgespaltenen Nährstoffe aufzunehmen. Frettchen benötigen daher eine Ernährung, die zu 80 % aus tierischem und nur zu 20 % aus pflanzlichem Protein besteht, wobei der Bedarf an pflanzlichem Protein durch den Mageninhalt der Futtertiere bzw. in der Heimtierhaltung durch die im Trockenfutter enthaltenen pflanzlichen Inhaltsstoffe gedeckt wird.
Quelle : Wikipedia
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